Ode an den Vollmond

Es war einmal ein Tag wie jeder andere. Jaja, so beginnt jede Geschichte die sich kleine Kinder verträumt in Großmutters guter Stube anhören, aber dies ist keine beliebige Geschichte, dies ist meine (wahre) Geschichte. Und die ist auch nicht die gute alte Stube, sondern nur ein nüchternes Büro. Abweisende Wände, kühle Stühle und das Wetter macht es auch nicht freundlicher. Aber nun zu meiner Geschichte.

Der Himmel war wolkenverhangen und der kühle Wind biss sich in meine Denkerfalten fest. Gedankenverloren schritt ich also die enge „Boizgasse“ durch das malerische Dörfchen Hundisburg zu meiner Ausbildungsstätte hoch. Ich versuchte den Tag mehr oder weniger zu planen und setzte, galant wie ein Seiltänzer, Fuß für Fuß auf die gepflasterte Straße. Nichts böses ahnend kam ich also meinen Ziel immer näher, bald schon sah ich die ersten Umrisse von dem kleinen Häuschen am Rande der „Boizgasse“ in der ein in die Jahre gekommener Mann wohnt. Er mag schon viele Täler in seinem Leben durchschritten haben, sorgenfalten ziehen sich durch sein Gesicht und nicht zuletzt kann man diesen Werdegang auch am Alkoholkonsum am frühen morgen erkennen. Aber davon ausgehend, dass jeder Mensch ein funken Ehre besitzt, war ich nach wie vor, nichtsahnend weiter gegangen.

Aber was mich dann anlächelte war nicht nett. Jeder Mensch hat es - ein Arsch! Es gibt breite, schmale, fette, muskelöse, schlaffe, stramme, kleine, große, glatte, picklige und behaarte Ärsche. Aber das was ich sah war nicht nett; eine tiefe Falte teilte ihn, er war groß, schlaff, leicht picklig und zeigte einen blassen glanz! Fast schon wie der matte Schein eines schönen Vollmondes. Das schlimmste aber war, dass in ihm noch ein Stück Klopapier steckte. Über alles andere hätte ich noch lächeln können, niemand kann wirklich was für sein Arsch. Aber das Stück Klopapier werde ich wohl nie vergessen. Seither habe ich eine Klopapier - Phobie.
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